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Pressemitteilung Mai 2015

 

Stuttgart, 29.05.2015

PRESSEMITTEILUNG

Wie Mittelstand und Handwerksbetriebe zum Unternehmen 4.0 werden

Die Irrtümer über Industrie 4.0 und konkrete Umsetzungshilfen für kleinere Unter-nehmen

Wenn bei kleineren mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetrieben das Thema Industrie 4.0 zur Sprache kommt, herrschen oft zwei Meinungen vor: Die Einschätzung, das Thema betreffe nur die Industrie oder es sei nur für große produzierende Betriebe relevant.

Welf Schröter, Leiter des Forums Soziale Technikgestaltung, hält diese Fehleinschätzung für fatal. Er setzt sich seit Jahren mit dem Thema Industrie 4.0 und seinen Folgen für die Ar-beitswelt auseinander. Mit bundesweiten Vorträgen will er kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerker wachrütteln. So auch beim diesjährigen Landeskongress der Offensiven Mittelstand BW und Gutes Bauen BW am 9. Oktober in Stuttgart. Unter dem Titel ‚Unter-nehmen 4.0‘ wird dort diskutiert, warum kleine und mittlere Unternehmen sich heute mit der Thematik 4.0 auseinandersetzen müssen, um auch morgen ihre Marktfähigkeit zu behalten.

Missverständnisse zu Industrie 4.0

Er hält die Wortwahl des Begriffes ‚Industrie 4.0‘ für einen großen politischen Fehler. Da In-dustrie 4.0 sämtliche Unternehmen verändern werde, träfen eher ‚Wirtschaft 4.0‘ oder ‚Arbeit 4.0‘ den Wesenskern, so Welf Schröter.

Meist werde 4.0 irrtümlich gleichgesetzt mit der Digitalisierung in Unternehmen. „Tatsächlich geht es bei 4.0 neben der Digitalisierung darum, dass Unternehmen sich und ihre Produkte bzw. Leistungen nicht mehr solitär betrachten und vermarkten, sondern sich als Teil der ge-samten Wertschöpfungskette verstehen. Gefordert ist also ein neues Selbstverständnis,“ so Schröter.

Kernpunkt von Industrie 4.0 ist die Digitalisierung und Vernetzung der gesamten Wertschöp-fungskette. „Die dadurch notwendigen Umbauprozesse betreffen alle Beteiligten in der Wert-schöpfungskette,“ so Welf Schröter, „vom Anlagenbauer, die Zulieferer, über Dienstleister und alle damit verbundenen betriebsinternen Prozesse, ebenso Marketing, Vertrieb und Buchhaltung, bis hin zum Endkunden. Damit einhergeht, dass der gesamte Prozess immer in Echtzeit nachverfolgbar und veränderbar ist. Gleichzeitig ist die digitale Vernetzung die Voraussetzung dafür, die Kundenforderung nach Losgröße 1 – die Ein-Stück-Ausführung – beliefern zu können.“

Den Unterschied zwischen Industrie und KMU sieht er lediglich in der Umsetzungsgeschwindigkeit von 4.0. Industrieunternehmen seien zwar die Taktgeber, aber letztlich gebe es kei-nen Bereich und keine Branche, in der sich 4.0 nicht auswirke.

Beispiel Bauhandwerk

Im Baugewerbe gibt es mit dem Building Information Modeling (BIM), der Gebäudedatenmodellierung, bereits die vernetzte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden. Der nächste Schritt könnte sein, dass der Kunde damit die Anforderungen für sein Einfamilienhaus definiert und es virtuell am Bildschirm konstruiert. Darauf aufbauend würden alle Folgeprozesse der Bauplanung und -ausführung automatisiert in Gang setzt.


Es ist naheliegend, dass sich dieser Kunde wohl nicht mehr mit der heute aktuellen Verfahrensweise der Bauplanung zufrieden gäbe. Architekten und Bauhandwerksbetriebe ohne die entsprechende Software und Sicherheitsarchitektur erhielten dann keine Aufträge mehr.

Auswirkungen von Industrie 4.0

Welf Schröter prognostiziert: „Mittelstand und Handwerk sind von 4.0 gravierend betroffen. Wer nicht Teil der digitalisierten Wertschöpfungskette wird, verschwindet über kurz oder lang vom Markt! Damit müssen Handwerk und Mittelstand ein Eigeninteresse daran haben, sich an 4.0 zu beteiligen.“

Die Auswirkungen von 4.0 seien nicht nur technologischer Natur, sondern zeigten sich auch durch die Veränderung der Wettbewerbsbedingungen und der Wertschöpfungsketten sowie in der Notwendigkeit einer nachhaltigen Standortsicherung.

Innerhalb der Unternehmen habe 4.0 Auswirkungen etwa auf organisatorische Strukturen, neue Entscheidungsbefugnisse, auf das Führungsverhalten und die Führungskultur. Die Logistik werde weiter an Bedeutung gewinnen, Einkauf und Lagerhaltung sich gravierend verändern.

Ein großes Thema sei auch die Gewinnung hochqualifizierter Nachwuchskräfte. Da alle neu-en Prozesse digital seien, erforderten sie sprachexaktes, zahlenexaktes Können, eine hohe Lesekompetenz und Abstraktionsvermögen. Damit stelle sich die Frage der Fachkräftequalifizierung von Mitarbeitern mit eher händischem Können, die künftig ingenieurähnliche Tätigkeiten übernehmen sollen.

Denken in Wertschöpfungsketten

In manchen Bereichen könnte jeder Auftrag durch seine individuelle Anforderung eine andere Wertschöpfungskette auslösen. Mittels verknüpfter Web-Softwareagenten könnte eine automatisierte Suche nach passenden Dienstleistern erfolgen.

Im Handwerk stelle sich beispielsweise die Frage, wenn alle Steuerungsanlagen – Wasser, Strom, Heizung – künftig digital würden, ob der Kunde diese dann bei einem Komplettdienstleister einkaufe, der die komplette Technik entwickelt und baut, und dieser die Dienstleistung Handwerk dann nur noch unterbeauftrage.

Dies zeige, dass traditionelle Geschäftsmodelle komplett umgekrempelt werden könnten. Bisher stabile Festvertrags-Lieferantenbeziehungen können sich drastisch verändern und damit Berechenbarkeit und Planungshoheit verschwinden. Dies mache deutlich, dass gerade kleinere Dienstleister und Zulieferer sich zur Auftragsgewinnung stärken müssen über Kooperationen – wie Hand-in-Hand-Werker – oder dem Auftritt als Generalunternehmer. Auch unternehmensübergreifende Kooperationen mit Wettbewerbern seien zu erwägen.

Prävention oder Reaktion

Nach Einschätzung von Welf Schröter müssen auch kleine und mittlere Unternehmen bei 4.0 präventiv tätig werden. Erst zu reagieren, wenn die Kunden weniger werden, funktioniere nicht. So seien bereits heute Entscheidungen zu fällen, welche die Unternehmensstruktur und das Unternehmensprofil in fünf bis acht Jahren betreffen. Der Kernpunkt dabei sei: Wer am Markt bleiben wolle, werde sein Leistungsprofil und Dienstleistungsangebot verändern müssen.

Wünsche an die Politik

Der Experte plädiert an die Politik, kleinere Unternehmen und Handwerk bei der Frage zu unterstützen, wie das künftig benötigte hochqualifizierte Personal zu gewinnen ist. Außerdem sollten die ersten vorsichtigen, gewerkübergreifenden Kooperationen im Handwerk wesentlich gestärkt werden. Auch der gemeinsame Internetauftritt von virtuellen Kooperationen oder Bietergemeinschaften solle unterstützt werden.

Konkrete Tipps zur Vorgehensweise

Welf Schröter rät kleinen und mittleren Unternehmen zu folgender Vorgehensweise:

1. 4.0 kennenlernen. Etwa über die Kommunikationsnetzwerke Offensive Mittelstand und Offensive Gutes Bauen sowie Allianz Industrie 4.0 die Entwicklungen mitverfolgen, um die Relevanz für das eigene Unternehmen einschätzen zu können.

2. Informieren. Sich bei Industrie-4.0-Veranstaltungen informieren und austauschen, wie beim Landeskongress ‚Unternehmen 4.0‘ am 9. Oktober.

3. Zukunftsfragen. Ein Gefühl für den sich stark verändernden Markt entwickeln. Ler-nen, für sich die richtigen Zukunftsfragen zu stellen. Ein Sanitärbetrieb wird sich andere Fragen stellen müssen als die Facharztpraxis oder der IT-Dienstleister. Beobachten und entscheiden, wann es Zeit ist, den Integrationsprozess anzugehen.

4. Beratung. Betriebe sollten sich vor dem Hintergrund der neuen technischen und organisatorischen Anforderungen beraten lassen. Etwa über die Innovationsberater der Kammern, die Verbände oder die Berater der Offensive Mittelstand und Offensive Gutes Bauen.

Hilfe der Offensiven Mittelstand BW und Gutes Bauen BW

Die aktuelle Aufgabe der Offensive Mittelstand und Offensive Gutes Bauen ist es, den kleinen und mittleren Unternehmen Orientierung im 4.0-Dschungel zu geben, sie zur Selbstveränderung zu ermutigen und bei ihrer Neujustierung konkret zu unterstützen. Die Frage, welche IT-Lösung oder welcher Standard bei der Digitalisierung im Unternehmen künftig zum Einsatz kommt, ist erst nach der neuen Zukunftsausrichtung des Unternehmens zu klären.

Ankündigung Landeskongress ‚Unternehmen 4.0‘ 2015

Der 4. Landeskongress der Offensive Mittelstand BW und Offensive Gutes Bauen BW wird am 9. Oktober 2015 nachmittags in den Bürgerräumen West, Stuttgart stattfinden. Titel des diesjährigen Kongresses ist ‚Unternehmen 4.0 – Herausforderungen, Ziele, Wege‘. Dabei wird vorgestellt und diskutiert, warum kleine und mittlere Unternehmen und Betriebe sich heute mit der Thematik 4.0 auseinandersetzen müssen, um auch morgen ihre Marktfähigkeit zu behalten.

Über Welf Schröter

Welf Schröter aus Mössingen leitet seit 24 Jahren das Forum Soziale Technikgestaltung, ist Autor und Herausgeber vieler Sachbücher zu neuen Arbeitswelten, Geschäftsführer des Talheimer Verlages, Mitglied der Allianz Industrie 4.0 BW und in diversen Kommissionen, Arbeitsgruppen und Projekten auf Landes- und Bundesebene. Er begleitet Betriebs- und Personalräte, Handwerk und Mittelstand, Kommunen und Verbände auf dem Weg in die Wis-sensgesellschaft. Derzeit ist er bundesweit mit Vorträgen und Schulungen zum Thema Industrie 4.0 unterwegs.

Über die Offensive Mittelstand BW und Offensive Gutes Bauen BW

Die ehrenamtlich geführten Netzwerke Offensive Mittelstand BW und Offensive Gutes Bauen BW richten sich mit ihren Angeboten und Unterstützungsinstrumenten an kleine und mittlere Unternehmen sowie an Bauherren, Planer und weitere am Bau Beteiligte. Das regionale Netzwerk in Baden-Württemberg möchte auf diese Angebote und den daraus resultierenden Nutzen für KMU hinweisen und unterstützt Unternehmen bei der individuellen Umsetzung.

Die Herzstücke der Offensiven sind die INQA-Unternehmens-Checks ‚Guter Mittelstand‘ und ‚CASA-Bauen‘. Vertiefendes Instrument ist der Check ‚Personalführung‘. Hiermit können vor allem Unternehmer kleiner Betriebe systematisch die Qualität ihrer Personalführung überprüfen. Darüber hinaus ist der Check auch für Führungskräfte in größeren Unternehmen geeignet. Es finden sich viele Anregungen für eine gute Personalführung. Der Check hilft, die Beschäftigten zu befähigen und zu motivieren, gute Leistungen zu erbringen. Er hilft auch, die Beschäftigten zu unterstützen, gesund und gerne im Unternehmen zu arbeiten.

Weitere Informationen gibt es auf www.offensive-mittelstand-bw.de, www.gutes-bauen-bw.de, www.gute-bauunternehmen.de, www.inqa.de, www.offensive-mittelstand.de, www.offensive-gutes-bauen.de.

Pressekontakt

Als Anlage erhalten Sie ein Portraitfoto von Welf Schröter zum freien Abdruck (Bild: Tal-heimer/Schlotterbeck).

Über Ihre Berichterstattung würden wir uns sehr freuen.

Für Rückfragen steht Ihnen Angelika Stockinger gern zur Verfügung:

Angelika Stockinger

Netzwerk Offensive Mittelstand Baden-Württemberg

Tel. 0711-65869430

Mobil 0171-8535902

Fax 0711-65869436

E-Mail kontakt@ombw.de

Web www.offensive-mittelstand-bw.de

1. Treffen der Netzwerk-Koordinatoren der Offensive Mittelstand

Am 20. April 2015 haben sich zum erstenmal die Verantwortlichen für die jeweiligen regionalen Netzwerke der Offensive Mittelstand Deutschland in Berlin zu einem Erfahrungsaustausch getroffen.

Fast alle Netzwerk-Koordinatoren waren anwesend und konnten über die positive Entwicklung der Offensive Mittelstand in Deutschland berichten. In jedem Bundesland können Unternehmen, Institutionen und Partner sich in einem der Netzwerke aktiv beteiligen. Die Aktivitäten der einzelnen Regionen sind sehr unterschiedlich, was allen gemein ist, sie bieten unterschiedliche Veranstaltungsformate für die Unternehmen in ihrer Region an. Von Frühstückstreffen bis zu großen Kongressveranstaltungen, häufig in Kooperation mit einem der großen Partnern auf Bundesebene.

Noch in diesem Jahr wird es ein 1,5 tägiges Strategietreffen der Netzwerk-Koordinatoren geben, um die regionalen Netzwerke noch effektiver für die Unterstützung der KMU-Betriebe aufzustellen und den Bekanntheitsgrad der Offensive Mittelstand zu steigern.

 

4. Netzwerktag der Region Stuttgart am 3. Februar 2015

„Seien Sie unterhaltsam!“

Dominik „Dodokay“ Kuhn informierte beim 4. Netzwerktag Region Stuttgart über virale Werbung

Dominik Kuhn weiß, wovon er spricht: Als Marketingfachmann hat der 45-jährige Reutlinger Werbespots und Imagefilme für Firmen in ganz Europa produziert. Besonders erfolgreich war sein Marketing in eigener Sache: Der YouTube-Hit „Virales Marketing im Todesstern Stuttgart“ mit weit über sieben Millionen Klicks machte Dominik Kuhn als „Dodokay“ zum schwäbischen Comedy-Star, der die Porsche-Arena füllt. Zudem ist der „Viral-Papst“ ein gefragter Experte für Werbung in den sozialen Netzwerken. Im Februar teilte er sein fundiertes Wissen mit mehr als 400 Teilnehmern des 4. Netzwerktags Region Stuttgart in der ausverkauften Fellbacher Schwabendlandhalle. Als Schirmherrin hatte die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) die Veranstaltung gemeinsam mit 16 Unternehmensnetzwerken aus der ganzen Region organisiert. „Netzwerke bilden eine Basis für den unternehmerischen Erfolg: Es entsteht Vertrauen zwischen den Partnern, durch neue Partner kann ein Unternehmen seine Kompetenzfelder erweitern und nicht zuletzt ermöglichen sie den Blick über den Tellerrand“, so WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg.

 

Gewürzt mit vielen „luschtigen Filmle“ erläuterte Dominik Kuhn in seinem Vortrag psychologische Hintergründe, kreative und strategische Herangehensweisen, Spielarten und Einsatzmöglichkeiten der Viralwerbung. Der Unterschied zu konventioneller Werbung sei eine Botschaft, „die die Leute angucken möchten. Eine virale Werbebotschaft funktioniert so, dass die Leute sagen: Des isch cool, des leit‘ ich an meine Kumpels weiter“ – mit dem Vorteil, dass sie von den Empfängern nicht mehr als Werbung, sondern als Empfehlung eines Freundes wahrgenommen werde.

 

Entscheidend für den Erfolg sind Dominik Kuhn zufolge Inhalte, die auf das limbische System wirken – das emotionale Zentrum unseres Gehirns. Fünf sogenannte Neuro-Trigger könnten genutzt werden: Schock, Humor, Sex, Scham und Mystizismus, also der Drang des Menschen, geheimnisvolle Dinge aufzuklären. Nur wenn einer dieser Reize ausgelöst würde, habe ein Clip das Potenzial, vielfach weiterverbreitet zu werden und als Virus eine „soziale Epidemie“ in den Netzwerken auszulösen. „Seien Sie unterhaltsam!“, so Kuhns zentrale Botschaft. „Mit ‚branded Entertainment‘ unterhalten Sie die Leute, die unterhalten sich über ihre Marke und keiner rennt weg.“ Viralwerbung allein verkaufe zwar keine Produkte, erzeuge aber eine positive Haltung der Marke gegenüber und könne als Element einer größeren Strategie den Erfolg klassischer Werbung verstärken.

 

„Ein perfekter Vortrag für den Netzwerktag, unterhaltsam und gleichzeitig interessant für jeden Unternehmer“, urteilte Wolfgang Becker, Geschäftsführer Mittelstandspolitik und Kommunikation des Bund der Selbständigen Baden-Württemberg. Kuhns Vortrag sei ein gelungener Auftakt gewesen für die anschließenden persönlichen Gespräche zwischen den Netzwerkteilnehmern, so Beckers Beobachtung. Der Netzwerktag zeige, „dass wir gemeinsam viel bewegen können. Das war eine tolle Werbung für die Unternehmensnetzwerke in der Region.“ Tobias Schiller

 

Der Netzwerktag Region Stuttgart ist das jährliche Treffen von lokalen und regionalen Unternehmervereinen. Die Veranstaltung fördert den Austausch der Netzwerke untereinander sowie zwischen deren Mitgliedern. Der 4. Netzwerktag wurde unter Schirmherrschaft der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH organisiert von:

 

Hauptveranstalter:

- Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e.V. (BDS)

- Business Network International Stuttgart (BNI)

- StuttgartBC - offizielle XING Ambassador Gruppe der Region

 

Mitveranstalter:

- Bundesverband Mittelständische Wirtschaft, Region Stuttgart (BVMW)

- DUN e.V. - das Unternehmernetzwerk in Fellbach, Waiblingen und Umgebung

- FamiliyNET, Stuttgart

- Freelancer International, Regionalgruppe Stuttgart

- Gewerbe und Handelsverein Fellbach e.V.

- Kommunikationsverband Club Stuttgart

- Netzwerk Offensive Mittelstand BW

- Unternehmer Forum Oberes Murrtal (UFOM)

- UnternehmerFrauen im Handwerk Rems-Murr Kreis e.V. (UFH)

- VDI Württembergischer Ingenieurverein

- webgrrls.de e.V. Regio Baden-Württemberg

- Wirtschafts- und Industrievereinigung Stuttgart e.V. (WIV)

- Wirtschaftsjunioren Stuttgart e.V.

 

Partner:

- Schwabenlandhalle Fellbach

- Rauschenberger Catering & Restaurants GmbH & Co.KG

 

 

Fachkräftesicherung im Handwerk funktioniert über moderne Unternehmensführung

3. Landeskongress der Offensive Mittelstand und Offensive Gutes Bauen Baden-Württemberg

Jammern über den Fachkräftemangel im Handwerk? Dass es auch anders geht, haben zwei schwäbische Handwerksbetriebe, ein produzierender Mittelständler und ein Dienstleistungs-unternehmen in einer Podiumsdiskussion eindrucksvoll dargelegt. Mit tiefgreifenden Ver-änderungen durch die Umstellung auf eine moderne Unternehmensführung machten sie ihre Betriebe anziehend für Mitarbeiter. Die Arbeit ihrer zufriedenen Mitarbeiter wirkt sich automatisch auf die Kundenzufriedenheit aus und damit auf den Geschäftserfolg.

Die Podiumsrunde fand statt im Rahmen der Veranstaltung „Gute Unternehmen ziehen an – gemeinsam Marktvorteile schaffen“ mit rund 100 Teilnehmern. So der Titel des diesjährigen gemeinsamen Landeskongresses der Offensive Mittelstand BW und Offensive Gutes Bauen BW am 10. Oktober in den Bürgerräumen Stuttgart-West, veranstaltet gemeinsam mit der Handwerkskammer Region Stuttgart, dem MTV Stuttgart 1843 e.V. und dem Bundes-ministerium für Arbeit und Soziales. Die Gründung der Offensive Mittelstand auf Bundes-ebene und der INQA-Unternehmens-Checks geht zurück auf eine Initiative des damaligen Sozialministers Walter Riester.

Podiumsdiskussion der erfolgreichen Praktiker

Die vier Unternehmen nahmen in den letzten Jahren im Rahmen der Offensive Mittelstand oder der Offensive Gutes Bauen an den verschiedenen INQA-Unternehmens-Checks teil, die ihnen konkrete Handlungsbedarfe im Betrieb aufzeigten. Über die teils geförderten Unterstützungsangebote der beiden Netzwerke konnten sie die Veränderungen praxisorientiert und nachhaltig umsetzen. Franz Falk von der Handwerkskammer Region Stuttgart moderierte die Podiumsdiskussion.

Wertschätzung nach innen und außen

Für Hermann Blattner, Gröber GmbH Fassade und Ausbau, ist eine Unternehmenskultur der Wertschätzung grundlegend wichtig. Das persönliche Verhältnis zu jedem Mitarbeiter und die vermittelte Gleichwertigkeit sorgten letztlich dafür, dass sich die Mitarbeiter mit ihrem Unter-nehmen identifizieren. Firma Gröber lässt sich öffentlich von seinen Kunden bewerten. Durch offene und wertschätzende Kommunikation mit dem Kunden erreiche er deren Verständnis, eine gute Zusammenarbeit und am Ende gute Bewertungen auf der Bewertungsplattform .gute-bauunternehmen.de, so Blattner. 

Neue Unternehmenskultur beim Generationswechsel 

Elisabeth Posa, Kühner Wärmetauscher GmbH, nutzte die Gelegenheit des – erfolgreich umgesetzten – Generationswechsels, um den Führungsstil und das Unternehmen zu modernisieren. Neben der Gleichwertigkeit aller Mitarbeiter sind für sie die funktionierende interne Kommunikation, eine Fehler-Lernkultur und das Gesundheitsmanagement wichtig.

So würden Führungskräfte und Mitarbeiter darin geschult, wie sie wertschätzend miteinander sprechen und umgehen. Neben Gesundheitstag und Sportgruppe führte sie mit Begleitung der Rentenversicherung ein betriebliches Eingliederungsmanagement zur Prävention und für Langzeitkranke ein. Für sie zahlt sich dies im Engagement aller Mitarbeiter aus, bekräftigt die Geschäftsführerin. 

Mitarbeitern Verantwortung geben und ernst nehmen 

Sabine Seibold, Arinko GmbH, wollte bei Gründung ihres Ingenieurdienstleistungs-Unternehmens all das in der Unternehmens- und Personalführung verwirklichen, was sie früher als Angestellte selbst vermisst hatte. So sei ihr eine motivierende Personalführung und Gesundheitsprävention wichtig. Beispielsweise würden keine Geldprämien vergeben, sondern individuelle Wünsche erfüllt. Pro Mitarbeiter würden die steuerfreien 500 Euro pro Jahr bereitgestellt, die im Fitnessraum, über Personal-Trainer und anderes genutzt werden können. Mit großer Transparenz der Unternehmenszahlen schafft sie intern Vertrauen, erklärt Geschäftsführerin Seibold. Mitarbeiter dürften konstruktiv an Entscheidungen mitarbeiten, beispielsweise hätten sie selbst die Anforderungen für ihre Büromöbel definiert und diese beschafft. 

Metzgereien in der Umbruchphase 

Für Gerhard Blum, Metzgerei Blum GmbH, befinden sich alteingesessene Metzgereien aktuell in einer Umbruchphase. Da die Kundenerwartungen sich im Laufe der Zeit veränderten, müsse sich auch im Handwerksbetrieb etwas verändern. Mit externen Beratern der Offensive habe man die „weichen Faktoren“ gestärkt. Durch den persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern würden Probleme schneller ausgeräumt. Das bessere Betriebsklima wirke sich auf die gute Qualität der Produkte aus, schaffe eine gute Stimmung hinter und vor der Verkaufstheke. Durch das formale Instrument der Mitarbeiter-Gespräche fühlen sich die Mitarbeiter ernst genommen und geschätzt, es fördert ein Klima der Offenheit im Betrieb, so Blum. 

Herausforderungen moderner Unternehmensführung 

Die vier Unternehmer waren sich darin einig, dass die Herangehensweise der modernen Personalführung und Unternehmensführung ein ganzes Stück Mehrarbeit mit sich bringt. Insbesondere neue Wege der Auszubildenden-Gewinnung wie bei der Gröber GmbH, Bildungspartnerschaften in Schulen bzw. die Qualifizierung von Gesellen zu Azubi-Trainern, bringen einen ziemlichen Zeitaufwand mit sich. Dennoch zeigten ihre Erfahrungen der letzten Jahre eindeutig, dass sich moderne Unternehmensführung auszahlt und es der Weg in die Zukunft sei. 

Keynote-Vortrag „Menschen – Strukturen – Beziehungen“ 

Ein weiterer Höhepunkt des Kongresses war der Keynote-Vortrag von Siegfried Baumeister. Baumeister ist Fachbuch-Autor, Vorstand der H.H. Voss Stiftung und Vorsitzender des Netzwerkes Initiative Wege der Selbst GmbH e.V. Er beleuchtete das Spannungsfeld „Menschen – Strukturen – Beziehungen“ in Unternehmen und zeigte, was Führungskräfte und Personalmanagement dazu beitragen können, um ihre Mitarbeiter zu besten Leistungen und Zufriedenheit zu führen. 

Getreu seinem Credo „Wertschöpfung durch Wertschätzung“ betrachtet er gute Führung und gesunde Unternehmenskultur als notwendige Voraussetzung für eine hohe Unternehmensleistung. Eine überholte Sichtweise ist für ihn: „Menschen werden geduldet, solange sie etwas leisten.“ Die Sichtweise zukunftsorientierter Unternehmer ist für ihn: „Menschen leisten etwas, weil sie Annahme und Wertschätzung erfahren.“ 

Die vier Thesen seines Menschenbildes lauten: „Menschen sind gewollt und zwar um ihrer selbst willen. Menschen werden gebraucht, als gleichrangige Partner im gemeinsamen Leistungsprozess – auf Augenhöhe. Menschen werden geachtet, als individuelle und einzig-artige Persönlichkeiten. Menschen werden getragen, durch schwierige Zeiten und Situationen hindurch.“ Mit seiner Erfahrung aus 40 Jahren als Personalchef resümiert er: „Wo immer es solche Inseln (Unternehmen) gibt, die eine Kultur pflegen, die diesem Menschenbild nahe kommt und dies auch ausstrahlen, werden sie Menschen magnetisch anziehen.“

Baumeisters Auffassung zufolge hat die heute übliche „Kästchen-orientierte“ (Organigramm) Organisationsstruktur keine Zukunft. Nach seiner Prognose ist die Unternehmensstruktur „guter Unternehmen“ im Jahr 2020 nicht mehr hierarchisch strukturiert, sondern prozessorientiert. Dies ermögliche eine Unternehmensführung, die wenig Reibungsverluste erzeuge. Die Zukunftsaufgabe für Unternehmen heißt für ihn: „Hierarchien überwinden

 

Die Vortrags-Präsentation ist in Kürze abrufbar auf Offensive Mittelstand BW. 

Teilnehmer-Diskussion 

Die rund 100 Kongressteilnehmer diskutierten in Kleingruppen mit den Referenten über verschiedene Themen. In der Arbeitsgruppe „Arbeitssicherheit und BGM“ wurden die nicht optimale gesetzliche Ausgestaltung und die teils schwierige Umsetzung in den Betrieben diskutiert. Die Arbeitsgruppe „Kommunikation“ sah die gelingende Kommunikation im Betrieb als sehr wichtige und Dauer-Aufgabe an. 

Beim Thema „Fachkräfte- und Auszubildenden-Gewinnung durch Einsatz von Social Media“ wurden viele Praxis-Tipps ausgetauscht. So können zwei verschiedene Facebook-Seiten gepflegt werden für das Unternehmen sowie für künftige Auszubildende. Die Azubi-Fanseite wird am besten gepflegt von Azubis, die authentisch vermitteln, was im Betrieb los ist und was ihnen gefällt. Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass eine gute Mischung aus Unterhaltung und Information den Social Media-Auftritt erfolgreich macht. 

Neue Partner im Netzwerk Baden-Württemberg

 Mit Urkundenübergabe wurde ein neuer Partner bei der Offensive Mittelstand BW auf-genommen: KVJS Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg in Stuttgart. Die Unternehmen Heim GmbH in Tuttlingen sowie Postweiler GmbH in Ammer-buch wurden für die durchgeführte Unternehmensbewertung nach CASA-Bauen beurkundet. 

Fazit der Veranstalter 

Angelika Stockinger leitet ehrenamtlich das Netzwerk Offensive Mittelstand BW, an dessen Gründung im Jahr 2010 sie beteiligt war. Petra Claus ist ehrenamtliche Sprecherin des Netzwerks Gutes Bauen BW, welches sie in BW 2008 mitgegründet hat und in dem sie seit 2004 auf nationaler Ebene aktiv ist. 

Angelika Stockinger und Petra Claus über den erstmaligen gemeinsamen Landeskongress 2014: „Dies war eine fruchtbare Kooperation, die wir gern weiterführen. Wir suchen nach dem, was uns ergänzt und welche Themen beide Offensiven in gleichem Maße bearbeiten. Ziel in der gemeinsamen Aktivität ist es auch, Angebote zu bündeln und es den Unternehmen so einfach und übersichtlich wie möglich zu machen. Unsere gemeinsame Aufgabe heißt, Mehrwert bei den Unternehmen zu schaffen. Es freut uns umso mehr, als wir dies auch von den Unternehmen als Rückmeldung erhalten! Gern intensivieren wir künftig die Zusammenarbeit mit der Offensive Gesunde Pflege. Im Zukunftsmarkt Pflege ist der Fachkräftemangel sehr deutlich sichtbar.“ 

 

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Die Videos zum Kongress finden sich auf der youtube-Seite der Offensive Gutes Bauen

 

Veröffentlichung Messe Zeitung corporate-health-convention und Personal 2012 Stuttgart

Gesundheitsmanagement im Kontext erfolgsorientierter Unternehmensführung Prävention und Gesundheitsförderung im Betrieb rechnen sich.

Allerdings ist bekannt, dass Einzelmaßnahmen selten nachhaltig Bewusstsein, Verhalten und Verhältnisse verändern – vielmehr ist betriebliches Gesundheitsmanagement ein Teil guter Unternehmensführung und sollte eine feste Größe bei der Betrachtung des Unternehmens sein. Ein einfaches Instrument zur Erfassung der aktuellen Situation eines Betriebes ist die Checkliste der Offensive Mittelstand. Kleine und mittlere Unternehmen können sich in kurzer Zeit ein gutes Bild über den „Gesundheitszustand“ der wichtigsten Betriebsbereiche machen und erhalten Hilfestellungen auf dem Weg zum zukunftsfesten Unternehmen. Angelika Stockinger, Gesundheitspädagogin und Mitglied im Kompetenznetz Offensive Mittelstand Baden-Württemberg, stellt die Ziele dieser Initiative von INQA-Mittelstand vor und erläutert den Messebesuchern, wie sie die Checkliste zur Implementierung eines nachhaltigen Gesundheitsmanagements nutzen können. In ihrem eigenen Unternehmen, der proViplan Akademie, bietet die Referentin Beratung und Qualifizierungsmaßnahmen in den Schwerpunkten Gesundheitsmanagement, Prävention, Demografie, Case Management, Alltagsbegleitung und Krankenpflege. Gesundheitsmanagement im Kontext erfolgsorientierter Unternehmensführung.

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Frühjahrsauftakt

 Am 2. Mai 2012 konnten beim Frühjahrsauftakt des Kompetenznetz der Offensive Mittelstand vier neue Partner begrüßt werden. Überreicht wurden die Partner- Urkunde von Herrn Achim Sieker, Mitarbeiter des Bundesministerium für Arbeit uns Soziales und Ansprechpartner für die Offensive Mittelstand auf der Bundesebene. Die neuen Partner spiegeln die Unterschiedlichkeit der Unternehmen im Kompetenznetz hervorragen wieder und damit auch den Nutzen der Offensive Mittelstand für jede Unternehmensgröße. Zu den neuen Partnern gehören die A.F.A. aero Visage ein Start up Unternehmen, der Schäffer-Pöschel Verlag ein klassischer Mittelständler, die KKH als bundesweiter Anbieter und die Randstad Gruppe Deutschland als internationales Unternehmen. Schwerpunkt der Offensive Mittelstand und des Kompetenznetz BW ist speziell die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen. Besonders durch die Arbeit mit dem „Unternehmer- Check Guter Mittelstand „ , welcher innerhalb kurzer Zeit dem Unternehmen einen guten Überblick, anhand von 11 Themengebieten, zur Ist-Situation gibt und auf aktuellen Handlungsbedarf aufmerksam macht. Der „Unternehmer-Check“ kann von den Geschäftsleitungen im Selbsttestverfahren durchgeführt werden oder mit Unterstützung von besonders geschulten Offensive-Mittelstands-Beratern bearbeitet werden. Unterstützung bekommt der Unternehmer bei der Bearbeitung der individuell herausgearbeiteten Themen auch online oder durch  die Verwendung das neu erschienen Handbuch beim Schäffer-Pöschel-Verlag: „Unternehmensführung für den Mittelstand „.

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Unternehmensvertreter diskutieren gute Beispiele zur Fachkräftesicherung in Baden Württemberg

100 Unternehmensvertreter aus der Region diskutierten am 24. Juli 2012 im Kursaal Stuttgart-Bad Cannstatt über das Thema Fachkräftesicherung. Staatssekretär H.-J. Fuchtel vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales/CDU war ebenso begeistert wie die Landtagsabgeordnete Frau Andrea Lindlohr MdL/ die Grünen und der Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic SPD  von den sich vorgestellten Unternehmen. Der Unternehmenscheck „Guter Mittelstand“ hilft Betrieben, sich für künftige Herausforderungen zu rüsten, was an den Unternehmen praxisnah zu erleben war. Qualifizierte und motivierte Beschäftigte als Schlüssel. Initiiert wurde die Veranstaltung von der Offensive Mittelstand BW. „Qualifizierte und motivierte Beschäftigte sind der Schlüssel für unternehmerischen Erfolg. Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und neue Fachkräfte zu finden, sind Arbeitgeber gefordert, ihnen ein attraktives und gesundes Arbeitsumfeld zu bieten“, erläutert Angelika Stockinger, Koordinatorin der Offensive Mittelstand in Baden Württemberg die Hintergründe. Zu den Unternehmen, die den Check bereits erfolgreich durchgeführt haben, zählten MDS Raumsysteme,Engen – Lofec Nanobeschichtungen, Ehningen – der MTV-Stuttgart e.V. und TechniData Karlsruhe. Im Gespräch mit den Abgeordneten von Bund und Land sowie den betreuenden Beratern der Offensive Mittelstand berichtete die genannten Unternehmen von den betrieblichen Herausforderungen und eingeleiteten Maßnahmen. Zentrale Themen waren Gute Personalführung, Innovation, Unternehmenskultur und die Entwicklung langfristig angelegter Strategien. Alle Unternehmen und auch der MTV-Stuttgart als Verein haben den Unternehmercheck Guter Mittelstand als Basisinstrument genutzt, als online Version oder mit Unterstützung eines qualifizierten Offensive Mittelstands-Beraters. Die Best Practice Betriebe möchten als gute Beispiele vorangehen und werden auch für die weitere Entwicklung in ihren Unternehmen den Check als Instrument nutzen. Auch wenn die Herangehensweise der Unternehmen unterschiedlich war, als Fazit empfehlen sie allen Unternehmen in der Region, den Check ebenfalls durchzuführen und sich zukunftssichernde Impulse zuholen.

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Netzwerk für Mittelstand

"Wir wollen nicht die 130. wirtschaftspolitische Institution sein", erläuterte Angelika Stockinger im Gespräch mit Hans-Peter Storz die Ziele der Regionalgruppe Baden-Württemberg der Offensive Mittelstand. Zielgruppe ihrer Arbeit seien kleine mittelständische Unternehmen mit 50 bis 100 Mitarbeitern. Viele Informations- und Beratungsangebote, die von Bund, Land und EU bereitgestellt würden, erreichten diese Unternehmensgruppe nicht, beklagte Stockinger. Ihre Initiative wolle ein Lotse sein, der den Unternehmen helfe, Ressourcen zu finden. Dabei bemühe sich die Initiative um eine Vernetzung mit den Wirtschaftskammern und anderen Akteuren. Hans-Peter Storz wies auf die vielfältigen Förderprogramme des Landes zugunsten der mittelständischen Wirtschaft hin. Die Landesregierung bemühe sich, diese treffsicherer zu machen und teure Doppelstrukturen zu vermeiden. Veröffentlicht am 05.09.2012

Storz / Stockinger

Mittelstandsbeauftragter im Gespräch mit der Offensive Mittelstand

Zum ersten inhaltlichen Austausch der Offensive Mittelstand BW und den Zielen der Landesregierung Baden-Württembergs trafen sich am 2. Oktober 2012 Herr Peter Hofelich und Angelika Stockinger im Wirtschafts- und Finanzministerium. Herr Hofelich engagiert sich für den Mittelstand ebenso ehrenamtlich wie die Partner der Offensive Mittelstand. Es wäre vermessen zu denken man könne alle rund 460.000 mittelständischen Unternehmen in BW gleichzeitig erreichen aber es ist wichtig dass den Unternehmen ersichtlich wird, welche Unterstützungen sie über Bund und Land erhalten können. Im Gespräch kristallisierten sich klar die Übereinstimmungen in der  Wertigkeit der zentralen Zukunftsthemen heraus. Dazu gehört die Qualifizierung von Mitarbeitern, die Vielfältigkeiten der bestehenden und kommenden Belegschaften, Inklusion von Menschen mit unterschiedlichsten  Einschränkungen und vor allem eine gesunde, innovative und produktive Gesellschaft. Diese Handlungsfelder decken sich inhaltlich mit den INQA Themensäulen. Herr Hofelich befürwortetet eine enge Zusammenarbeit der Offensive Mittelstand mit den öffentlichen Einrichtungen in BW, nicht zuletzt da die Offensive Mittelstand zu bundesweiten Vergleichen und einem guten Informationsaustausch des Mittelstands beitragekann.  

Für das Jahr 2013 wird die Teilnahme von Peter Hofelich an einer Veranstaltung der Offensive Mittelstand geplant.

Unter dem Motto: Erfolge stabilisieren

stand am 10. Oktober 2012 der 8.Freiburger Mittelstandskongress

Deutsche Unternehmen trotzen der Staatsschuldenkrise mit vollen Auftragsbüchern. Personal einstellen stößt an die Grenzen der Verfügbarkeit. Rundum scheint das Jahr 2012 ein erfolgreiches zu werden. Lassen sich die Erfolge stabilisieren? Der Freiburger Mittelstandskongress griff die Fragestellung auf und hat diese exemplarisch an ein paar Themen herausgegriffen. Hierzu zählten das Best Practice Management, Storytelling, Cloud Computing sowie Energieeffizienz und Ressourcenproduktivität. Die Referenten kamen aus Berlin, London, Wien und Zug. In seinem Eröffnungsvortrag hatte Hans-Joachim Fuchtel, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, die nationale Strategie zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen vorgestellt und explizit auf die Offensive Mittelstand und den Unternehmens-Check mit seinen Unterstützungsangeboten für KMU Betriebe hingewiesen. Beim Podiumsgespräch kam der Dreiklang " Banken, Politik und Wirtschaft" und deren Rolle in der Krise zur Sprache. Als weiteren Höhepunkt versuchte Peter Hahne, TV-Moderator und Bestseller-Autor, in seinem Abschlussvortrag die Frage beantworten, mit welchen Werten Unternehmen Kurs halten können. Viele dieser Werte decken sich mit den INQA und den Offensive Mittelstands-Themen. Resümee für die Offensive Mittelstand: es wird sich ein neues Netzwerk in der Region entwickeln und damit kommen wir als OM Partner in BW unseren Zielen ein gutes Stück näher.

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LIFE AT WORK

In dem praktisch nagelneuen Gebäude des Zentrum für Virtuelles Engineering ZVE am Fraunhofer Institut fand am 22. November in Stuttgart die Tagung: LIFE AT WORK: WIE BÜROS LEBENDIG WERDEN! statt. »Die Arbeitswelt ist im Umbruch. Sie ist zunehmend geprägt von Vernetzung und Kommunikation. Arbeiten in Teams und Projektgruppen wird immer wichtiger. Moderne Bürowelten unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei, ihre Aufgaben zielorientiert und mit hoher Motivation zu erfüllen. Ein gutes Zusammenspiel von Privatem und Beruflichem ist dafür entscheidend, gelebte Work-Life-Balance ist für die Menschen von immer größerer Bedeutung.« Prof. Dr. Wilhelm Bauer, Stellvertretender Institutsleiter Fraunhofer IAO

»Im Büro ist der Mensch der wichtigste Produktivitäts-, Wirtschaftsund Erfolgsfaktor. Dass Büros »lebendig werden« meint aber nicht nur, dass eine menschlichere, gesündere und lebendigere Bürokultur entstehen muss. Es bedeutet auch, dass virtuelle Realität und Planung (Digital Architecture) in eine reale Welt fließen, dass etwas, das geplant wurde, »lebendig« wird. Genau dies kann man in der Veranstaltung im neuen Zentrum für Virtuelles Engineering im Fraunhofer IAO erleben.« Michael Schurr Vorstand ISG Integrative Systemergonomie e.V

»Wir freuen uns, dass das Fraunhofer IAO in Zusammenarbeit mit unserem baden-württembergischen Partner ISG e. V. den Startschuss für die bundesweite Offensive »Gute Büroarbeit« geben wird. Damit wird das Erfolgsmodell »Initiative Neue Qualität der Arbeit« (INQA) und der gesetzliche Handlungsauftrag der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) »Gesund und erfolgreich arbeiten im Büro« fortgeführt und in einer Tagesveranstaltung gezielt und anwenderorientiert umgesetzt.« Bruno Zwingmann, Vorstand Deutsches Netzwerk Büro Das Deutsche Netzwerk Büro ist so wie die Offensive Mittelstand eines der INQA Netzwerke.

Neben so renommierten Wissenschaftler wie Prof. em. Dr. rer. soc. . Bernhard Badura von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, er sprach über die Zusammenhänge von Führung – Gesundheit – Produktivität, von einem sorglosen zu einem achtsamen Umgang mit Gesundheit, waren Partner der Offensive Mittelstand BW mit bei den Vortragenden. Dirk Solbach, MDS Raumsysteme, Engen-Welschingen, sprach über die beispielhafte Umsetzung des INQA-Unternehmenscheck »Guter Mittelstand unter den Titel: Auch Führung muss gelernt sein Achim Sieker, Referent im Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellte das neue Förderprogramm »UnternehmensWert: Mensch« vor. Die Offensive Mittelstand BW hatte bei dieser Veranstaltung die Gelegenheit sich mit einem Stand den ca. 70 Teilnehmern zu präsentieren und es werden sicherlich neue Partner über die Veranstaltung sich dem regionalen Netzwerk anschließen. Allen an neuen Technologien und einer genialen Architektur interessierten Menschen kann es nur empfohlen werden an einer Führung des ZVE teilzunehmen.